5 Schritte gegen persönliche Biases

von | 28. 12. 2018

„Es ist einfacher, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil“
Albert Einstein

Unbewusste Denkmuster lassen sich nur schwer korrigieren. Wir zeigen Ihnen fünf Schritte, mit denen Sie Ihre „Blinden Flecken“ hinterfragen und überwinden können.

 

Wir alle haben unsere „Blinden Flecken“, unabhängig von Geschlecht, Bildung, sozialem Status oder sonstigen Merkmalen. Unconscious Biases sind kognitive Verzerrungen, die sich in unseren unbewussten Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozessen verankern. Sie sind äußerst hartnäckig. Sobald wir einen Bias verankert haben, fallen wir sehr oft in dieses Muster zurück. Korrigieren können wir diese Mechanismen, wenn wir uns ihrer bewusst werden. 

 

Die folgenden fünf Schritte sollen Ihnen dabei helfen, Ihre unbewussten Wahrnehmungs- und Entscheidungsmuster zu erkennen, zu hinterfragen und zu reduzieren:

  1. Akzeptieren Sie, dass Sie Biases haben. Es ist keine Schande, wir alle haben Unconscious Biases. Informieren Sie sich über die Entstehung und Wirkungen dieser kognitiven Verzerrungen, z.B. auf anti-bias.eu. Auf unserer Plattform finden Sie Grundlagen, Literaturhinweise und aktuelle Neuigkeiten rund um das Thema Unconscious Bias.
  1. Identifizieren Sie Situationen, in denen Entscheidungs- und Beurteilungsfehler wahrscheinlich sind.
    Zeitdruck, Ärger, Multitasking und andere kognitive Belastungen sind jedenfalls Faktoren, die die bewusste Kontrolle von Biases erschweren. Holen Sie sich von Ihren Freund*innen und Kolleg_innen Feedback zu Ihren persönlichen Vorlieben und Mustern.
  1. Analysieren Sie, wie Sie Situationen wahrnehmen – mit der 3-Phasen-Regel.
    – Beobachtung: Was sehe ich? Was lese oder höre ich? (z.B. eine Bewerberin mit einem Kopfschleier betritt das Büro)
    – Interpretation: Was denke ich? Wie ordne ich zu? (z.B. die Frau ist eine Muslima)
    – Bewertung: Was empfinde ich? Welche Emotion löst die Situation bei mir aus? Wie beurteile und entscheide ich? (z.B. die Frau ist selbstbewusst / die Frau passt nicht zu unserem Unternehmen / die Frau tut mir leid / usw.)
  1. Quelle bestimmen.
    Unsere Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse sind immer von unseren Erfahrungen bestimmt. Diese wiederum sind geprägt von der Kultur, in der wir aufwachsen, leben und arbeiten, wie wir erzogen und sozialisiert wurden, von unseren persönlichen Erlebnissen, unserer Umwelt und auch von den Medien.
    Reflektieren Sie Fragen wie: Woher könnte ein mögliches Vorurteil stammen? Wo und wie habe ich gelernt, so zu reagieren? Welche kulturellen Werte und Normen sind mit meiner Interpretation und Bewertung verbunden? Wie unterscheiden sich diese von der anderen Person?
  1. Reduzieren Sie Ihre Biases und achten Sie auf Rückfälle.
    Sie können Unconscious Biases begegnen, wenn Sie sich Ihrer bewusst werden und sich Wissen zu den einzelnen Themata aneignen um auch andere Schlüsse ziehen zu können. Dieser, sich erweiternde, Erfahrungsschatz lässt sukzessive Vorbehalte schmelzen.
    Unser Tipp: Gehen Sie auf Mitglieder von Gruppen zu, denen gegenüber Sie Vorbehalte haben. Sprechen Sie mit ihnen. Lernen Sie, sich in deren Umgebung wohl zu fühlen. Sprechen Sie kulturelle Unterschiede an und suchen Sie nach Gemeinsamkeiten.

 


 

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