Unconscious Bias Definition – Stereotypen und unbewusste Vorturteile

Wie lautet die Unconscious Bias Definition? Wie unterscheiden sich Stereotypen von Vorurteilen? Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe.

 

Unconscious Bias Definition

 

Cognitive Bias Diagramm von John Manoogian III

Cognitive Bias Codex von John Manoogian III

Der Begriff Bias kommt aus dem Englischen und beschreibt kognitive Wahrnehmungsverzerrungen, wie z.B. Vorurteile, Stereotypen und andere Denkfehler. Bias können bewusst oder unbewusst (= Unconscious Biases) auftreten.

Viele unserer Unconscious Biases lassen sich aus allgemeinen Prinzipien der Evolutionstheorie ableiten. Wir stecken beispielsweise die wahrgenommene Welt in Schubladen, um schneller auf neue Informationen reagieren zu können (Frey U. und Frey J., 2011).

Das Online-Lexikon Wikipedia listet mehr als 175 bekannte kognitive Verzerrungen. Es gibt unterschiedliche Versuche, diese nach Typen, z.B. nach Fehlerstrukturen oder Funktionen, zu ordnen. Ein Typisierungsversuch des US-Internet-Bloggers Buster Benson wurde von John Manoogian grafisch als Cognitive Bias Codex aufbereitet.

 

Stereotypen

Stereotypen bezeichnen das unvollständige Wissen über bestimmte soziale Gruppen, wie z.B. Frauen, Männer, Ältere, AusländerInnen, Lesben oder Schwule, Behinderte usw. Stereotypen sind relativ emotionslose, neutrale Erwartungen und Vorstellungen, wie sich Mitglieder von Gruppen verhalten, wie sie aussehen und sich kleiden oder welche Fähigkeiten sie haben – z.B. Alte sind weise, Schwule sind kreativ oder AfrikanerInnen laufen schneller.

Die Sozialpsychologinnen Cuddy und Fiske haben mit ihren KollegInnen 2002 das Stereotype Content Model (SCM) entwickelt und dabei zwei Hauptdimensionen von Stereotypen definiert, die sie „Wärme“ und „Kompetenz“ nennt. Diese beiden Dimensionen geben an, wie sympathisch und wie kompetent eine soziale Gruppe eingeschätzt wird.

 

Vorurteile

sind im Vergleich zu Stereotypen mit Emotionen behaftet. Es sind persönliche negative und positive Bewertungen gegenüber bestimmten Gruppen. Wenn wir Stereotypen Glauben schenken, werden sie zu Vorurteilen.

„Damit aus einem Stereotyp ein Vorurteil werden könnte,
müsste mich die Gruppe interessieren, und ich müsste das Stereotype glauben.“
(vgl.
Förster, Jens 2008)

Biases und Diskriminierungen

Biases führen nicht zwingend zu Diskriminierungen. Eine Diskriminierung ist ein positives oder negatives Verhalten gegenüber Mitgliedern von sozialen Gruppen. Wir haben einen Mechanismus, das bewusste Denken, mit dem wir unsere Stereotypen und Vorurteile kontrollieren können.

Schwieriger ist es jedoch mit den Unconscious Biases, unseren unbewussten Vorannahmen. Diese können unseren Kontrollmechanismus umgehen und so zu unbewussten Diskriminierungen führen.

Diskriminierungen können nicht nur individuell, sondern auch auf organisationaler Ebene auftreten. Hier geht es vor allem um Eigenlogiken, Verfahren und Praktiken in Unternehmen und deren Wirkungen auf das Verhalten von MitarbeiterInnen gegenüber bestimmter Gruppen, z.B. beim Recruiting oder der Personalbeurteilung.

Die Wirkung von Unconscious Biases wird meist unterschätzt. Mit dieser Plattform wollen wir Sie dazu anregen, Ihre blinden Flecken aufzuspüren, sie zu hinterfragen und zu reduzieren.

 

Weiterführendes:

  • Fiske ST, Cuddy AJC, Glick P, Xu J. A model of (often mixed) stereotype content: Competence and warmth respectively follow from perceived status and competition. Journal of Personality and Social Psychology. 2002a;82:878–902.
  • Förster, Jens (2008): Kleine Einführung in das SchubladenDenken. Goldmann Verlag:München
  • Frey, Ulrich; Frey, Johannes (2011): Fallstricke. Die häufigsten Denkfehler in Alltag und Wissenschaft. Verlag C.H. Beck: München

 

 


Unsere ExpertInnen begleiten Sie gerne
bei der Entwicklung und Umsetzung eines Unconscious Bias Awareness Programms.

Nehmen Sie Kontakt auf:

WondrakBildrund

Manfred Wondrak, MBA
Tel: +43 1 581 19 09

>> Kontaktformular